Kritisch sich auseinandersetzen, Vor- und Nachteile zusammentragen, auflisten und diese gegeneinander abwägen, Neues darin und dadurch entdecken, ermöglicht erst eine sichere Urteils- und Entscheidungsfindung. Nur in der Konfrontation und im Dialog ist es möglich, Dinge zu klären und bei Bedarf Lösungsstrategien zu entwickeln.

Gründe die (vermeintlich) gegen Crowdsourcing sprechen

1. Amateur-Wissen von Hobby-Experten:
Crowdsourcing wird mitunter als unprofessioneller Dilettantismus von Laien abgetan. Ein bloßer institutioneller Ausbildungsabschluss an einer Schule oder Universität macht Menschen noch nicht zu Experten. Vielmehr Wissbegierde, Lernfreude, eine unvoreingenommene Herangehensweise sowie leidenschaftlich mit Herzblut Interessen und Ideen kreativ nach-, vor- und querdenkend über längeren Zeitraum nachzugehen, entwickelt erst Professionalität, gleich ob mit oder ohne Zertifizierung. Auf Innovationsplattformen finden sich überdies zuhauf auch zertifizierte Experten, was vielfach Innovatoren-Profile mit beruflichem Werdegang und aktuellen Tätigkeitsbereichen sowie Interessen zeigen.

2. Innovatoren (Ideengeber-/innen) sind unbequem:

Innovative Ideen intelligenter, kreativer Menschen sind nicht selten unerwünscht. Hier handelt es sich um komplexe innerbetriebliche und innerpersonelle Regelwerke (der Mensch als Gewohnheitstier), die empathisch zu durchleuchten, klären und neu zu strukturieren sind. Beispielsweise werden von vorgesetzten Entscheidungsträgern Verbesserungsvorschläge seitens Unternehmensmitarbeiter-/innen nicht selten fälschlicherweise als Kritik an der eigenen Person aufgefasst und abgelehnt.

3. "Keine Zeit":
„Keine Zeit haben“ ist ein Totschlagargument. Es gilt Wichtigkeiten zu erkennen, Prioritäten richtig zu setzen und entsprechend sich Zeit zu nehmen.

4. Unternehmensinterne Innovationskraft:
Manche Unternehmen meinen selbst ausreichend Innovationen im Unternehmen zu entwickeln. Selbstverständlich ist dies als Aussage und Standpunkt zu akzeptieren. Expertenwissen Einzelner oder kleiner Gruppen dürfte jedoch im Allgemeinen dem Wissen der Masse unterlegen sein. Bzw. allemal hat Crowdsourcing ergänzendes, nützliches Potenzial. Und kann es ein Zuviel an (nicht nur monetär) gewinnbringender Innovation in Unternehmen, Organisationen, Einrichtungen… geben?

5. Betriebsspionage:
Innovation durch Crowdsourcing in Verbindung mit Open Innovation und Ideation wird auch von Unternehmen aus Furcht gescheut, anderen (Marktmitbewerbern) unerwünschte Unternehmenseinblicke zu gewähren. Je nach Aufgabenformulierung (Hilfe wird gerne geboten) und vor allem je nach gewählter Innovationsprojektart, ist unserer Meinung nach ein Ausspionieren so gut wie unmöglich bzw. mit unternehmensinternem Datenschutz gleichzusetzen.

6. Ideenklau:
Nach Registrierung sehen angemeldete Nutzer-/innen „alle“ Ideen, was auch gerne genutzt wird. Irrtümlicherweise wird offenbar unternehmensseitig angenommen, dass bei einem selbst ausgelobten Innovationsprojekt die Konkurrenz „eigene“ Ideen abgreift und man schlimmstenfalls der Konkurrenz einen Wettbewerbsvorteil finanziert.

Abgesehen davon, dass es von nahezu allen Produkten und Dienstleistungen mehr als nur ein Marktangebot gibt, geht die Wahrscheinlichkeit, dass Mitbewerber-/innen aus teils hunderten von Ideen eine Idee, überhaupt auch und dazu noch identisch entwickeln, gegen Null. Sehr viel eher ist alter Wein in neuen Schläuchen üblich. Innovationen sind selten nur radikal. Die kundenseitig gewählte Innovationsprojektart bestimmt, wer wieviel der Ideen einsehen darf. Die hier angewandte Innovationsprojektart wird häufig für Marketing genutzt bzw. von Unternehmen, die auf Shareconomy (kollaborativen Konsum) setzen, sprich eine Gegenleistung erfolgt.

7. Innovationsmanagementtools:
Das Ideenpotenzial in Innovationswettbewerben wird auf den meisten uns bekannten Ideenplattformen mangels effizienter Softwaretools oder / und  scheinbar mangelndem zwischenmenschlichem Dialog nicht selten nur marginal ausgeschöpft.

Bedenken oder einfach Fragen Crowdsourcing zu nutzen? Gerne stellen wir uns diesen telefonisch oder per Kontaktformular. Kritikpunkte werden bei einzuholender Erlaubnis, selbstverständlich anonymisiert, hier veröffentlicht. Nur durch Transparenz und Offenheit  lässt sich Vertrauen und Weiteres entwickeln.